Grundsätzliches

Das wichtigste Verkaufsargument der DVD-Industrie ist die deutlich verbesserte Bild- und Tonqualität. Mehr als zwei Drittel aller DVD-Veröffentlichungen sind Filme, die es bereits auf VHS gibt oder gab oder bereits im TV liefen. Das movieman-Team geht davon aus, dass Sie als Filmfreund die meisten Filme bereits als VHS-Original oder TV-Mitschnitt besitzen, und will Ihnen eine Entscheidungshilfe geben, ob sich die Anschaffung der DVD aus technischer Hinsicht lohnt.

Movieman wertet seit 9 Jahren nach höchsten und für alle gleich geltenden Maßstäben. Die höchstmögliche Wertung ist 10, die schlechteste Wertung ist 0. Bei der Wertung orientieren wir uns am technisch Möglichen der DVD-Technologie. Das hat den Vorteil, dass wir einen stets gleichen und verlässlichen Maßstab für Sie bieten — und den Nachteil, dass dabei vor allem ältere Titel die Höchstwertung nur mit einem, im Vergleich zu aktuellen Filmen, deutlich höheren technischen Aufwand erreichen können.


Farben

Eine gute Farbwiedergabe gliedert sich in einer natürlichen Leuchtkraft (Sättigung) und der sauberen Trennung unterschiedlicher Farbflächen. Treten an den Übergängen zweier Farbfelder Säume auf, ist die Farbtrennung fehlerhaft (tritt häufig bei zu stark gesättigten Farben auf).

Anteil an der Bildwertung: 15% (bis zu 1,5 Balken)


Rauschen

Das lästige Bildgrieseln (Schnee auf dem Bildschirm) gehört zu den größten Störfaktoren beim Filmgenuss. Daher räumen wir dieser Disziplin auch den größten Anteil an der Gesamtnote ein. Meistens äußert es sich nur sanft und in hellen Himmeln wie Sandkörner, im schlechten Fall durchzieht der "Schnee" flächendeckend das gesamte Bild und hemmt die Darstellung von kleinen Bilddetails. Je mehr Grieseln auftritt, desto unruhiger ist auch der Bildeindruck.

Anteil an der Bildwertung: 25% (bis zu 2,5 Balken)


Kompression

Häufig bemängeln wir Mattscheibeneffekte (stehende Rauschmuster). Dabei handelt es sich um digitalisierte Rauschinhalte, die sich bei der Wiedergabe in Blöcken zusammenschließen und vor allem in größeren Bildflächen zu leichtem Ruckeln führen. Im Extremfall löst sich die Bildstruktur in kleine Klötzchen auf und wird ungenießbar. Nachzieheffekte führen auch zur Abwertung. Diese treten häufig in Szenen mit großen Helligkeitsunterschieden als Schatten an Konturen sich schnell bewegender Objekte auf.

Anteil an der Bildwertung: 15% (bis zu 1,5 Balken)


Kontrast

Stellt den Unterschied der Darstellung von der hellsten zu dunkelsten Bildinformation dar. Je höher der Kontrast, desto mehr Farbnuancen. Konturschatten an Objekten sowie Graustufen sind erkennbar. Ein typisches Beispiel dafür ist, dass ein Mann im schwarzen Anzug von der ihn umgebenden Nacht noch optisch sauber zu unterscheiden ist. Filme mit schlechtem Kontrast "ersaufen" in einer dunklen Masse. Zu hoher Kontrast lässt helle Objekte überstrahlen. Dies ist oft zu sehen, wenn die Sonne durch ein Fenster strahlt und dabei das Fensterkreuz "verschluckt" wird.

Anteil an der Bildwertung: 20% (bis zu 2 Balken)


Schärfe

Die Bildschärfe gliedert sich in Kantenschärfe und Detailschärfe. Eine gute Kantenschärfe gibt Gesichtern und Objekten klar umrissene Züge ohne doppelte Konturen zu zeigen. Feine Linien z.B. auf Cordhosen oder Anzügen sind ein guter Indikator zur Beurteilung der Kantenschärfe. Die Detailschärfe ist gut, wenn sich z.B. einzelne Barthaare nachzählen lassen oder sich entfernte Wälder nicht als grüne Masse zeigen, sondern das Erkennen einzelner Bäume zulässt.

Anteil an der Bildwertung: 25% (bis zu 2,5 Balken)


Raumeindruck

Für einen Raumeindruck sind verschiedene akustische Informationen aus mindestens zwei Lautsprechern erforderlich. Daher erfolgt bei Monoton (DD 1.0) keine Wertung, auch nicht bei Doppelmono (als DD 2.0 ausgelegt), weil aus 2 Lautsprechern das gleiche monaurale Signal kommt. Stereoton ist in der Lage, einen befriedigenden Raumklang im vorderen Spektrum in Höhe der Linie des Bildschirms zu erzeugen. Erst ab Dolby Surround (DD 2.0 Dolby Surround, DD/DTS 5.1, 6.1…) aufwärts ist ein "GUT" oder "PERFEKT" möglich, da erst hier ein dreidimensionales Klangbild unter Einbeziehung rückwärtiger Kanäle/Lautsprecher möglich ist. Ein guter Raumeindruck sorgt unter Einstreuung von Umgebungsgeräuschen wie Wind, zirpenden Insekten und Gemurmel in Restaurants maßgeblich für das Gefühl, im Film "dabei" zu sein. Diese Wertung ist die Wichtigste im Tonbereich. Übertriebenes, Effekt heischendes Geräuschvolumen, künstlichen Nachhall (Kirchen-DSP) finden wir nicht so gut.

Anteil an der Tonwertung: 50% (bis zu 5 Balken)


Sprache

Hier wird vor allem Wert auf die Verständlichkeit und Ortbarkeit von Dialogen geachtet. Folgen die Dialoge den Personen aus dem Bildschirm heraus auch in die entsprechende Richtung, gibt dies Pluspunkte. Klingen Stimmen dumpf, muffig oder schrill, weil ihnen der natürliche Grundtonbereich fehlt, wird abgewertet. Im Idealfall klingen Stimmen nahe dem Original einer menschlichen Stimme. Wir bevorzugen Aufnahmen nahe am Mikrofon.

Anteil an der Tonwertung: 30% (bis zu 3 Balken)


Effekte

Dies sind einzelne, gezielt gesetzte akustische Elemente, die nicht dem Raumeindruck dienen. Häufiger Einsatz in aktionsreichen Filmsequenzen in Form von Schüssen, Explosionen, Überflügen. Erfolgen dabei Richtungswechsel (direktionale Effekte, Ping-Pong-Effekte) gibt es Pluspunkte. Hier ist eine möglichst große Dynamik auch unter Nutzung des Subwoofers gefragt. Verpuffen die Effekte drucklos, so dass ein klimpernder Euro genauso klingt wie der Knall einer Feuerwaffe, gibt es Abzüge.

Anteil an der Tonwertung: 20% (bis zu 2 Balken)


Extras

Hier werten wir nicht nur die Anzahl der Extras, sondern auch deren Inhalt. Informative Audiokommentare und Making Ofs, Extraszenen, Versprecher und Dokus vom Dreh gefallen uns besonders. Sind diese bei ausländischen Filmen auch deutsch und/oder für Hörgeschädigte untertitelbar, gibt es Pluspunkte. Innovationskraft und Kreativität schneiden besser ab, als überflüssiges "Auf die Schulter klopfen" der Darsteller. Wir legen Wert auf die Beigabe des Kinotrailers zum Film. Audiodeskritption für Blinde bekommt 2 Extrapunkte. Auch die Menügestaltung und Lesbarkeit wird hier bewertet.

Anteil an der Gesamtwertung 15% (bis zu 1,5 Balken)


Bonus für Klassiker und TV-Serien

Ältere und alte Filme können aufgrund der damals nicht so fortgeschrittenen Technik nicht immer mit heutigen Kino-Poduktionen mithalten und schneiden so meist schlechter ab, als Sie es verdient haben.

TV-Serien werden mit anderer Hardware produziert als 35mm-Kinofilme. Dieser technische Nachteil führt zu einer ungerechten Bewertung, für die die DVD-Produzenten nichts können.

Der Bonus für Klassiker und TV-Serien addiert zur Gesamtwertung einen Wertungspunkt als Ausgleich hinzu, sofern die Gesamtwertung ohne Bonus "Daneben" oder "Durchschnittlich" lautet. Dieser Bonuspunkt wird zur besseren Unterscheidung von der technischen Wertung mit einem Sternchen markiert.


Die Gesamtwertung setzt sich zusammen aus 50% Bild, 35% Ton und 15% Extras.

1-4 Gesamtpunkte: 
Daneben
5-6 Gesamtpunkte: 
Durchschnittlich
7-8 Gesamtpunkte: 
Gut
9-10 Gesamtpunkte: 
Perfekt
 
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